Montag, 01.05.2017


Lesung mit Heinz Strunk

Richtung Sehnsucht, Richtung Osten




Für seine Lesetour verspricht Heinz Strunk ein „fettes Multimediaspektakel à la Apassionata“. Dabei könnte der „boost“ schon jetzt nicht größer sein: „Der goldene Handschuh“, sein vielgelobter Honka-Roman, wird 2018 von Fatih Akin verfilmt. Im Schanzenviertel hat er die „Cantina Popular“ eröffnet, und mit seinem neuen Roman „Jürgen“ (Rowohlt Verlag) kann er zwar literarisch nicht an den Vorgänger anknüpfen, liefert aber Strunk-Unterhaltung, wie seine Fans sie lieben. Heinz Strunk stellt sein Buch in der Fabrik vor.

Jürgen Dose verbringt seine Tage in einem Kabuff, starrt auf die vierzehn Monitore, die ihm einen kleinen Ausschnitt der Gesamtanlage zeigen, ein Parkhaus nämlich, das immerhin zu den „Top Zehn in ganz Europa“ zählt. Einen ganzen Roman könnte er darüber schreiben, was man da alles erlebt: „Fremdparker“, „hochspezialisierte Diebesbanden“, „Obdachlose“ sind auch ein Problem, aber eigentlich nicht das von Jürgen. Manchmal stellt er sich vor, er wäre der Herrscher des ganzen, riesigen Parkhaus-Areals und dann würde sich eine Dame in seinen Kabuff verirren. Doch das geschieht natürlich nie, immerhin wird es so 17.00 Uhr, und der Jürgen darf nach Hause zu seiner bettlägerigen Mutter. Seine Sozialkontakte beschränken sich sonst auf Schwester Petra vom Pflegedienst und seinen Kumpel Bernd Würmer, der im Rollstuhl sitzt. Und das ist sein Problem, denn Bernd und Jürgen haben beide keine Frau und zanken sich in einer Tour. Immerhin hat Jürgen auch mal ein Date mit Manuela, das sich jedoch als „ein einziger Quälkrams“ erweist. Bernd Würmer entdeckt dann die Agentur „Eurolove“, spezialisiert auf Partnervermittlung in Osteuropa, und die Ereignisse überschlagen sich. Die Jungs sollen nach Breslau reisen, Richtung Sehnsucht, Richtung Osten, Jürgen plagt schon im Vorfeld ein schmerzhaftes „Ziehen in der Lendengegend“. Und das ewige Problem: Wie er soll er das nur seiner Mutter beibringen?

Fabrik, Barnerstr. 36, 20.00 Uhr, 22.- Euro (VVK). (Weitere Lesung: 2.5.)


Talk

„Still the land of hope and glory?“

In einem Benefizabend für „Reporter ohne Grenzen“ und das Literaturhaus ziehen die „Stern“-Autorin Katja Gloger und die Chefredakteurin der Zeitschrift „Internationale Politik“ Sylke Tempel, die Moderatoren Claus Kleber (ZDF) und Ingo Zamperoni (ARD), „Zeit“-Herausgeber Josef Joffe und „Spiegel“-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer eine „erste Bilanz nach hundert Tagen Trump“. Moderation: Michael Jürgs.

Literaturhaus, Schwanenwik 38, 19.30 Uhr, 66.-/60.- Euro inkl. Büffet, Budweiser und Coke.

Literatur in Hamburg