Veranstaltungen

Samstag, 10.02.2018


Lesung

»Lesereise China – Streifzüge durch ein Weltreich«

Der Berliner Journalist Stefan Schomann präsentiert sein Portrait über China.

VHS-Zentrum Ost, Berner Heerweg 183, 16.00 bis 19.00 Uhr, € 10,–


»Hamburger Lesefrühstück«

Geschichte einer starken Frau und Dichterin




Der 1818 erschienene Roman »Frankenstein« über den jungen Schweizer Viktor, der einen künstlichen Menschen erschafft, wurde weltberühmt, war Vorlage für unzählige Verfilmungen und ist bis heute höchst populär. Mary Shelley, Tochter der Frauenrechtlerin Mary Wollstonecraft und des Philosophen William Godwind, entwickelte die Idee für den Roman in einer Runde am Genfer See in der Villa ihres Mannes, des Dichters Percy Shelley, angeblich unter dem Einfluss von Opiaten. Sie war damals noch keine 20 Jahre alt. Barbara Sichtermann erzählt in ihrem Buch »Mary Shelley« (Herder Verlag) nun die spannende Geschichte einer emanzipierten und starken Frau, die selbstbewusst ihren Traum vom Schreiben verfolgt.

Literaturzentrum im Hotel Wedina, Gurlittstr. 23, 12.30 Uhr. Frühstücksbuffet ab 11.00 Uhr à € 20,– inkl. 3 Warmgetränke, inkl. Eintritt zur Lesung. Eintritt für Gäste der Lesung: € 5,–.
Reservierung unter Tel.: 040-2279203 erforderlich.


Lesung

»Längs«

Satire, Comedy und Spoken Word mit Helene Bockhorst, Armin Sengbusch, Thomas Nast und Gästen.

Mathilde Bar Ottensen, Kleine Rainstraße 11, 20.15 Uhr, € 9.- inkl. Begrüßungsschnaps


Nachruf

„Plötzlich ein anderer Raum“

Der Hamburger Autor und Literaturveranstalter Rüdiger Käßner ist am 2. Februar nach langer Krankheit verstorben. Wir trauern um einen engagierten Mitstreiter und sehr geschätzten Kollegen, der eine Institution in der Hamburger Literatur war, ob als Autor, Veranstalter oder Multiplikator. Lange Zeit gehörten die Mails mit seinen Veranstaltungstipps für viele zum Alltag, in den letzten Jahren hat er sich dann auf das konzentriert, was ihm besonders am Herzen lag: die Weblesungen und seine Lesereihe „Harburger Auslese“. Für die Weblesungen, die der ausgebildete Fotograf und studierte Literaturwissenschaftler und Soziologe seit 20 Jahren im Auftrag der Behörde für Kultur und Medien veranstaltete, hat er im wöchentlichen Wechsel Podcasts mit Hamburger Autorinnen und Autoren produziert, anfangs noch als „Hamburger Literaturtelefon“. Das Archiv umfasst heute hunderte von Lesungen. Bei seiner Lesereihe „Harburger Auslese“ hatte der „Experte für literarische Qualität“ (Hamburger Abendblatt) in den letzten Jahren so ziemlich jede und jeden mit Rang und Namen in der Hamburger Szene zu Gast. Dass er selbst als Autor angetreten war, ging bei seinem Engagement für Literatur manchmal fast schon unter. 1995 hat er einen Förderpreis für Literatur der Hansestadt Hamburg erhalten, seine Erzählungen sind in Zeitschriften und Anthologien erschienen, und er hat seine Texte auch oft und gern vorgelesen. Texte, in denen „hinter der Verlorenheit der städtischen Alltagstristesse plötzlich ein anderer Raum aufschimmert, die polychrome Magie der Zweitwelt, das Stelldichein von neurotischen Obsessionen, Phantasie und jener Art Realität, die möglicherweise die wahrere ist“, wie sein Schriftstellerkollege Christoph Ernst einmal schrieb. Der letzte eigene Podcast von Rüdiger Käßner auf LiteraturinHamburg.de ist die Erzählung „Jazz“ aus dem vergangenen Herbst, ein Abschiedsgeschenk und ein Hinweis auf die Spuren, die wir hinterlassen.
Hier kann man sich „Jazz“ anhören: Rüdiger Käßner: Jazz »