Veranstaltungen

Sonntag, 11.02.2018


Lesung mit Willy Nachdenklich

»1 gutes Buch vong Humor her«




Mit seiner Facebook-Seite »Nachdenkliche Sprüche mit Bilder« hat Willy Nachdenklich einen Hype losgetreten. Auf der Seite postet er vermeintlich tiefschürfende Sinnbilder und -sprüche in schönster, mit Fehlern gespickter Jugendsprache und nimmt so einen der verbreitesten Internettrends aufs Korn. Das Resultat? Mehr als 350.000 Follower, die sich gegenseitig in kreativen Wortneuschöpfungen übertreffen.

Jetzt gibt es Willys Lebensweisheiten natürlich auch als Buch. In Kurzgeschichten lässt er sich über unterhaltsame Banalitäten des Alltags aus – in der schnoddrigen Jugendsprache, die seine Fans so lieben. und wer so seine Probleme mit der gewöhnungsbedürftigen Grammatik und Rechtschreibung hat: Keine Angst – die Übersetzung »ins Deutsche« gibt es gleich mit dazu.

Willy Nachdenklich präsentiert sein Buch mit »18 Kurzgeschichten« in »Vong-Sprache« im Nochtspeicher.

Nochtspeicher, Bernhard-Nocht-Str. 69a, 20.00 Uhr, € 17,–


»Theater! Theater! Erzählte Kulturgeschichten«

»Lieblose Legenden«

Im Rahmen seiner Matinee-Reihe »Theater! Theater! Erzählte Kulturgeschichten« präsentiert Matthias Wegner zusammen mit Thomas Heinze die berühmten, zwischen Humor und Melancholie, Vergnügen und Tiefsinn balancierenden »Legenden« von Wolfgang Hildesheimer, die als Glanzstücke der Prosa und ein besonderes Hörvergnügen gelten. Berühmt wurde der Maler und Schriftsteller Wolfgang Hildesheimer auch durch seinen Roman »Tynset«, für den er den Büchner-Preis erhielt, und sein Buch über »Mozart«.

»Haltet die Welt an, ich will aussteigen!« Mit diesem Satz, vorgefunden auf einer Mauer, noch nicht einmal von ihm selbst, sondern von Ilse Aichinger, beginnt Wolfgang Hildesheimer seine »Rede an die Jugend« zur Verleihung des Weilheimer Literaturpreises 1991, die er kurz vor seinem Tod noch durch ein »Postscriptum für die Eltern« ergänzte. Unerbittlich, verzweifelt und aus »Realismus« pessimistisch, warnt er vor Überbevölkerung und dem Raubbau an den Ressourcen der Erde. Den Schülerinnen und Schülern gesteht er immerhin zu, auf Hoffnung angewiesen zu sein und entschuldigt sich für seine Rede, die man als »subjektive, aber ehrliche Rechtfertigung eines alten Schriftstellers für sein Verstummen betrachten« möge. Mit großem Pathos hatte Hildesheimer schon Jahre davor verkündet, dass die Literatur in einer Welt, die sich unabwendbar selbst zerstöre, keinen Sinn mehr habe. Eine kleine Flucht aus der Resignation war ihm auch im Alter noch der Spott und die Poesie. Es ist bezeichnend, dass seine Literatur im Übermut, der Satire und im Spiel bis heute aktuell ist: »Mild und leise treibe ich mein Unwesen vor mir her über weite Zwiespälte und triftige Gründe«, heißt eine »Nachlese«, die 1987 erschien.

Ernst-Deutsch-Theater, Friedrich-Schütter-Platz 1, 11.00 Uhr, € 20,–/10,– inkl. HVV


Lesung

»Anna Blume – Ich liebe Dir!«

Vera Rosenbusch & Lutz Flörke präsentieren Texte von Kurz Schwitter, der Alltagsjargon, Werbung, Trivialroman und Klassikerzitat zu eigenwilligen und in der deutschen Literatur einmaligen Sprachkunstwerken collagierte, die ihre Wirkung erst dann voll entfalten, wenn sie vorgelesen werden.

Zinnschmelze, Maurienstr. 19, 17.00 Uhr, € 12,–/10,–