Donnerstag 19.04.2018


Literatur-Entertainment

»100 Jahre Schischischo«

Tanja Bächlein
Die drei Schischinesen Sven Amtsberg, Alexander Posch und Michael Weins, Foto:Tanja Bächlein
Es ist eine halbe Ewigkeit her, seit »Schischi« einfach verschwunden ist. Das berühmte Maskottchen der Hamburger Literatur, halb Bär, halb Chauchau, konnte zwar kaum sprechen, aber zaubern. Und es erzählte Geschichten von wahrhaft übermenschlicher Schönheit. Fast ohne Worte. Einfach so.

Die erste Ausgabe der »Schischischo« wurde am 19. April 1918 in einem Club am Wilhelms-Platz in St. Pauli gezeigt, mit Hans Albers als Special Guest. In den kommenden Jahrzehnten blieb die Show das kulturelle Highlight Hamburgs, bis »Schischi« am 29. Februar 1963 verschwand. Zuletzt wurde es an den Landungsbrücken gesehen, pitschnass und mit einem Hering im Mund. Zum 100. Geburtstag der »Schischischo« treffen sich nun Sven Amtsberg, Michael Weins und Alexander Posch im Nachtasyl. Auf dem Programm stehen keine erinnerungsschweren Anekdötchen, nein, die drei Schischinesen laden zu einer Show über ein weltumspannendes Thema: »FRAUEN«. In ihrer Ankündigung schreiben sie: »Vieles wäre besser, wäre der Mann etwas mehr wie die Frau. Doch so einfach ist das ja nicht. Trotzdem wollen wir es an diesem Abend versuchen. Ernsthaft versuchen. Wir wollen versuchen, ein Teil des Geheimnisses zu lüften und, metaphorisch gesprochen, ein Stück vom Mutterkuchen zu ergattern. Es sind echte Frauen da, die uns dabei helfen werden. Anschließend wollen wir alle, im besten Falle, zur Alster ziehen, um dort – symbolisch – Penisartiges zu verbrennen. Dann, so die Hoffnung, wird vieles besser. In Hamburg und der Welt.«

Thalia Theater, Nachtasyl, Alstertor, € 14,–/11,–