
Tanja Schwarz, Foto: Rebecca Hoppé
Man kann diesen Roman als Plädoyer gegen patriarchale Gewalt lesen, vor allem zeichnet »Vaters Stimme« (hanserblau) von Tanja Schwarz aber das präzise und in einer oft hochpoetischen Sprache ausgestaltete Sittenbild einer westdeutschen Mittelstandsfamilie von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Die Brüche und Verwerfungen, die ihm eingeschrieben sind, finden sich, mal mehr und mal weniger dramatisch, in vielen Familien und mit ihnen stellt sich immer auch die universelle Frage danach, wie wir zusammenleben wollen, selbstbestimmt und emanzipiert oder überformt von autoritären Strukturen.