Dienstag 12.05.2026


Lesung mit Lena Gorelik

»Alle meine Mütter«

Lena Gorelik, Foto: Amrei-Marie, Wikipedia
Als jüdischer Kontingentfüchtling wanderte Lena Gorelik mit ihren Eltern, ihrer Großmutter und ihrem Bruder 1992 von St. Petersburg nach Deutschland aus. In ihrem zuletzt erschienen Roman »Wer wir sind« (2021) erzählt die vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin und Journalistin vom schwierigen Ankommen in einem neuen Leben im Westen. Eine Erkundung der vielleicht prägendsten Beziehung unseres Lebens unternimmt sie nun in ihrem vielgelobten, neuen Roman »Alle meine Mütter«, den sie bei einer Lesereise vorstellt, die mit dem »Preis der Literaturhäuser« verbunden ist. Vergeben wird der Preis seit 2002 vom Netzwerk der Literaturhäuser an Autor:innen für herausragende Konzepte der Vermittlung ihrer Literatur.

»Alle meine Mütter« erzählt von einer besonderen, oft lebenslang komplexen Beziehung und auch davon, welche Mütter wir selbst zu sein versuchen. Wie wir manchmal scheitern, zweifeln, stolpern. Welche Ängste uns begleiten. Was uns bindet und prägt, was uns abhält. Was es heißt, ungewollt Mutter oder nicht Mutter zu sein, ein Kind anzunehmen, zu verlieren oder nicht loslassen zu können.

»Mütter prägen uns, auch wenn wir es nicht wollen«, schreibt Lena Gorelik, »sie nisten sich in unseren Köpfen und Herzen ein, flüstern uns zu, schimpfen, trösten, tun es auch noch, wenn sie verstorben sind, tun es selbst dann, wenn wir sie nicht oder kaum kannten. Wir setzen unsere Schritte auf das, was wir dank oder trotz unserer Mütter wurden. Tragen sie darin für immer mit uns.«

Literaturhaus, Schwanenwik 38, 19.30 Uhr, € 14,–/10,–/Streaming € 6,–