Montag, 20.10.2025
Lesung mit Tomer Dotan-Dreyfus
»Keinheimisch«
Der in Berlin lebende Autor und Übersetzer Tomer Dotan-Dreyfus stellt sein Buch über seine »Kindheit in Israel« und sein »Leben in Deutschland« vor.
»Sabres« heißen auf Hebräisch Kaktusfrüchte, die zwar außen stachelig sind, innen aber mit ihrem süßen Fruchtfleisch überraschen. Genauso sehen sich viele der in Israel geborenen Juden selbst: Ihre Vorfahren haben die Wüste Palästinas nicht nur besiedelt, sondern das Land kultiviert, so meinen sie. Doch immer mehr dunkle Farben mischen sich in dieses Bild, seitdem der jüdische Staat als Besatzerstaat auftritt. Wie ist es, in einem Land aufzuwachsen, in dem die jüdische Hegemonie die arabische Bevölkerung verdrängt, ausschließt und zum Schweigen bringt? Und wo kann ein Jude heute einheimisch sein – in Israel, Palästina, Deutschland?
Tomer Dotan-Dreyfus schreibt die vom Holocaust überschattete Geschichte seiner Familie und hinterfragt zugleich die israelische Gründungsgeschichte. Sein Großvater beteiligte sich an der Nakba, doch erzählt wurde die Vertreibung der Palästinenser später als »Befreiung«. Welche Rolle spielte der Großvater 1948 wirklich? In Keinheimisch verschmelzen Kindheitserinnerungen mit Reflexionen über Geschichte, Literatur und Politik. Eine berührende Erzählung über Erzählungen und die Frage, wie sehr man ihnen trauen kann.
Gastgeber des Salonabends ist Sebastian Schirrmeister.
Jüdischer Salon im Tonali Saal, Kleiner Kielort 8, 19.30 Uhr, € 12,–/8,–/5,–
Lesung mit Edith Kneifl
»Der Wolf auf meiner Couch«
Die Krimiautorin und Psychoanalytikerin Edith Kneifl liest aus ihrem neuen Wien-Krimi. Moderation Regula Venske.Ein von der eigenen Vergangenheit geplagter Psychoanalytiker und ein trinkfester Expolizist treffen sich in einer Wiener Bar … Ein Witz? Nein: der Beginn einer Mörderjagd, die in die Untiefen der Wiener Seele führt.
Literaturzentrum im Literaturhaus, Schwanenwik 38, 19.30 Uhr, € 8,–/6,–
Gläserne Übersetzer:innen
»Von Ali Baba bis Marko Pasa – Türkische Literatur übersetzen«
Wo liegen die sprachlichen Herausforderungen des Übersetzens aus dem Türkischen? Was wird übersetzt und warum so wenig? Wie wird türkische Literatur im deutschen Sprachraum rezipiert? Wie wirkt sich die unterschiedliche Wertigkeit von Sprachen aus, gibt es sie überhaupt (noch)? Diese und andere Fragen werden anhand der zwei Neuerscheinungen »Stein und Schatten« von Burhan Sönmez und »Ich traf meinen Mörder« von Can Dündar mit dem Verleger und Übersetzer Tevfik Turan und der Literaturübersetzerin Sabine Adatepe diskutiert.Bei dem Veranstaltungsformat der Gläsernen Übersetzer:innen haben Interessierte die Möglichkeit, live mitzuerleben, wie Übersetzer:innen arbeiten, und sich an der Diskussion zu beteiligen.
Vortragsraum der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky, Von-Melle-Park 3, 18.30 Uhr, Eintritt frei
Museum der Arbeit
Offene Werkstatt: Buchbinden
Besucher des Museums erfahren in einer offenen Werkstatt, wie sie ihr altes Lieblingsbuch retten können, oder bekommen Unterstützung bei der Planung eigener, kleiner Buchbindeprojekte.Museum der Arbeit, Wiesendamm 3, 17.00 Uhr, Museumseintritt plus Materialkosten
Museum der Arbeit
Offene Werkstatt: Buchdruck
Die Offene Werkstatt hat eine lange Tradition und ist besonders beliebt bei allen, die das Museum bei der Arbeit erleben wollen. Ehemalige Setzer und Drucker sowie angelernte Kolleginnen und Kollegen geben einen Einblick in ihren früheren Arbeitsalltag und helfen bei der Herstellung eigener kleiner Drucksachen.Museum der Arbeit, Wiesendamm 3, 18.00 Uhr, Museumseintritt plus Materialkosten
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