Heute, 05.10.2026
Lesung mit Yang Shuang-zis
»Das Taiwan-Tagebuch«
Yang Shuang-zi, Foto: YJ Chen
Die lange Übersetzungsgeschichte von »Das Taiwan-Tagebuch« ist auch deshalb so verblüffend, weil es selbst, wie die Übersetzerin Karin Betz in ihrem Nachwort erklärt, ein Roman über »die Macht und Möglichkeiten der Übersetzung und das durch sie vermittelte Weltverständnis« ist. Die taiwanesische Autorin Yang Shuang-zi hat ihren Roman als Übersetzung eines wiederentdeckten Reisetagebuchs der japanischen Schriftstellerin Aoyama Chizuko getarnt, kommentiert und mit mehreren fiktiven Nachworten und Vorbemerkungen von Editionen und Übersetzungen versehen. Das Tagebuch selbst erzählt von Chizukos Reise durch das von Japan kolonialisierte Taiwan. Sie will möglichst viel vom echten Leben mitkriegen und vor allem die authentische Küche des Landes kennenlernen. Als Glücksfall erweist sich dabei die charmante Dolmetscherin und begnadete Köchin Chizuru. Während den langen Zugfahrten durch Taiwan entwickelt sich bald auch eine Liebesgeschichte zwischen den Reisegefährtinnen, doch etwas veranlasst Chizuru stets auf Distanz zu bleiben. Erst nach einer schmerzvollen Trennung beginnt Chizuko zu begreifen, dass auch ihr eigenes Begehren von den kolonialen Machtverhältnissen geprägt ist.
Harbour Front Literaturfestivalin der St. Pauli Kirche, Pinnasberg 80, 19.30 Uhr, € 24,95
Lesung mit Andrea Wulf
»Der Reisende«
Andrea Wulf, Foto: Antonina Gern
Georg Forster war seiner Zeit weit voraus: Bereits als junger Mann bereiste er die entlegensten Winkel der damals bekannten Welt und stellte mit seinen Ideen zu Menschlichkeit und Freiheit die europäischen Weltanschauungen des 18. Jahrhunderts radikal infrage. Von seiner Weltumsegelung mit James Cook brachte er den unerschütterlichen Glauben an die Gleichheit aller Menschen zurück. Seine Einsichten und seinen Ruhm nutzte Forster, um gegen Imperialismus, Rassismus und Sklaverei zu kämpfen. Immer wieder geriet er dadurch mit den Vorstellungen seiner Zeit – und den Autoritäten – in Konflikt. Angesteckt von den Ideen der Französischen Revolution, wurde Foster schließlich Anführer der kurzlebigen Mainzer Republik.
Harbour Front Literaturfestival im Nica Jazz Club, Alter Wall 20, 19.30 Uhr, ab € 25,–
Comic-Lesung
»Die Frau als Mensch II. Schamaninnen«
Im letzten Jahr wurde der erste Band des Comics über Frauen in der fernen Geschichte als erster Comic überhaupt mit dem Deutschen Sachbuchpreis ausgezeichnet, jetzt ist mit »Schamaninnen« der zweite Band erschienen. Ulli Lust führt in dem Buch durch Jahrtausende weiblichen Wirkens. Im Literaturhaus stellt sie das Buch vor, in dem Rentiere mal eben noch ein paar Fliegenpilze naschen, ehe sie der nahenden Kälte entfliehen, ihnen voraus eine Gruppe Nomad:innen. Auf ihrem Weg ins Winterlager unternehmen sie eine letzte große Jagd. Kinder werden geboren, andere sterben, die Venus von Willendorf wird geschaffen. Doch zeigt sie wirklich eine Göttin? Oder war sie ein Werkzeug der Schamanin zur Reise durch Geisterwelten? Neben Ulli Lust präsentierten auch Studierende der HAW ihre neuen Comics über die Geschichte der Villa Schwanenwik, die heute das Literaturhaus beherbergt.
Moderation: Ekaterini Iosifidou und Maria Krause.
Literaturhaus, Schwanenwik 38, 19.30 Uhr, € 14,–/10,– /Streaming € 6,–
–Eine Bühne für den Kurzkrimi
»Hamburger Kurze «
In der Reihe lesen Franziska Henze, Regina Schleheck und Regula Venske kriminelle Kurzgeschichten. Moderation: Ines Müller-Hansen.Verein Kunststoff in der Alten Druckerei Ottensen, Bahrenfelder Str. 73, 19.00 Uhr, € 14,– (AK) / 12,– (VVK), Reservierung: spannung@kurzkrimifestival.de
Buchpräsentation
»Undercover unter Nazis« und »Wenn der rechte Rand regiert«
Angelique Geray und Sally Lisa Starken lesen aus ihren BüchernHarbour Front Literaturfestival im Helmut-Schmidt-Auditorium der Bucerius Law School, Jungiusstraße 6, 19.30 Uhr, € 34,95
Lesung mit Christiane Hoffmann und Nino Haratischwili
»Europa, wach auf! « und »Die Träume, die wir hatten«
Lesung und moderiertes Gespräch mit Christiane Hoffmann und Nino Haratischwili.Harbour Front Literaturfestival in der Laeiszhalle, Johannes-Brahms-Platz, 19.30 Uhr, € 24,95
Lesung mit Jenny Erpenbeck
»Heimsuchung«
Jenny Erpenbeck stellt ihren zusammen mit der Schauspielerin Martina Gedeck vor. Moderation: Knut Elstermann.Harbour Front Literaturfestival in der Elbphilharmonie, Kleiner Saal, Platz der Deutschen Einheit, 19.30 Uhr, € 34,95
British Evening
»How to be a Hamburger«
British Evening with Mark Lyndon.Harbour Front Literaturfestival in der Rathauspassage Hamburg, Rathausmarkt 3, 19.30 Uhr, 28,50
Lesung mit Rainer Moritz
»Die Farben von Paris«
Rainer Moritz, Foto: Gunter Glücklich
Rodney Rosenfeld ist Kunsthistoriker an einer nordamerikanischen Universität und hat sich dem französischen Impressionismus verschrieben. Vor allem fasziniert ihn Berthe Morisot, die vielleicht bedeutendste Malerin des 19. Jahrhunderts. Ein Stipendium bringt Rosenfeld nach Paris, wo er sich eigentlich mit Morisots Aquarellen beschäftigen soll, doch mehr und mehr in den Bann ihrer Biografie gerät. Wer war diese Frau, die entgegen der Skepsis ihrer Eltern an ihrer Berufung als Künstlerin festhielt? Die sich lange scheute, eine Ehe einzugehen, sich in ihren Kollegen Édouard Manet verliebte und schließlich dessen Bruder heiratete?
Buchhandlung Wassermann, Erikastraße 4, 19.30 Uhr, € 20,–
Booktalk
»Wait For Me in Willow Falls« und »Curseborn«
Booktalk mit Greta Milán und Celine Leonora.Harbour Front Literaturfestival in der Thalia Buchhandlung im Überseequartier, New-Orleans-Str. 6, 19.30 Uhr, € 25,–
Lesung
»Mark Twain – Grüße aus dem Jenseits«
Ulrich Tukur präsentiert ein musikalisches Soloprogramm mit unbekannten Texten von Mark Twain. Textfassung und Regie: Wolfgang Stockmann. Moderation und Gespräch: Joachim Lux.Harbour Front Literaturfestival, Deutsches Schauspielhaus, Kirchenallee 39, 20.00 Uhr, € 29,–/14,50
»Roter Salon«
»Passagiere – Klasse, Geschlecht und ›Rasse‹ auf der Eisenbahnreise des 19. Jahrhunderts«
Im 19. Jahrhundert wird die Eisenbahn zum „Treffpunkt der guten (und manchmal weniger guten) Gesellschaft“ (Walter Jens). Vom König bis zum einfachen Rekruten, vom Industriemagnaten bis zur Fabrikarbeiterin – fast alle sind gelegentlich mit der Eisenbahn unterwegs. Niklas Weber, Historiker und Kulturwissenschaftler, untersucht diese Praktiken der Trennung und ihren Wandel. Er beleuchtet die Diskurse und Erzählungen, die sich daran angeschlossen haben: vom Antagonismus der Klassen und sozialer Mobilität, von der Liebe auf den ersten Blick und sexueller Gewalt, von rassistischen Diskriminierungen und antisemitischen Epiphanien.Der Rote Salon ist ein 2024 vom Journalisten Michael Hopp gegründetes Veranstaltungsformat, das politische Literatur im Gespräch mit den Autor:innen vorstellt. Der Eintritt ist frei, um Spende wird gebeten. Anmeldung unter: www.roter-salon-hamburg.de.
Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, Ossietzky-Forum, Von-Melle-Park-3, 18.30 Uhr, Eintritt frei
Gläserne Übersetzer:innen
»Wie ›Love‹ zu ›Liebe‹ wird. Romance und New Adult übersetzen«
Das Übersetzen von Genreliteratur und gerade von Liebesromanen wird traditionell im Literaturbetrieb schlechter entlohnt. Aber ist es wirklich so einfach? Die mannigfaltigen Hürden, die den Übersetzer:innen dabei begegnen können, werden von Alexandra Kranefeld und Inka Marter an ein paar wildromantischen Textbeispielen erklärt. Moderation: Ingo Herzke.Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, Vortragsraum, Von-Melle-Park-3, 18.30 Uhr, Eintritt frei
Poetry Slam
Poetry Slam Eimsbüttel
Newcomer und erfahrene Slammerinnen messen sich bei diesem klassischen Poetry Slam im Birdland.Kampf der Künste im Birdland, Gärtnerstr. 122, 19.00 Uhr, € 14,–
Museum der Arbeit
Offene Werkstatt: Buchbinden
Besucher des Museums erfahren in einer offenen Werkstatt, wie sie ihr altes Lieblingsbuch retten können, oder bekommen Unterstützung bei der Planung eigener, kleiner Buchbindeprojekte.Museum der Arbeit, Wiesendamm 3, 17.00 Uhr, Museumseintritt plus Materialkosten
Museum der Arbeit
Offene Werkstatt: Buchdruck
Die Offene Werkstatt hat eine lange Tradition und ist besonders beliebt bei allen, die das Museum bei der Arbeit erleben wollen. Ehemalige Setzer und Drucker sowie angelernte Kolleginnen und Kollegen geben einen Einblick in ihren früheren Arbeitsalltag und helfen bei der Herstellung eigener kleiner Drucksachen.Museum der Arbeit, Wiesendamm 3, 18.00 Uhr, Museumseintritt plus Materialkosten
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Brachvögel, die nach alten Seelen rufen
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Yang Shuang-zis Roman »Das Taiwan-Tagebuch«
Karrieren einer Übersetzung
Yang Shuang-zi, Foto: YJ Chen
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Jana Hensels »Es war einmal ein Land«
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Lukas Rietzschels neuer Roman »Sanditz«
Gesellschaftspanorama mit Bruchkante
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Dana von Suffrins »Toxibaby«
Der böse Katzenfisch
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Navid Kermanis »Sommer 24«
Das Erwartbare kennen, das Unerwartete finden

Navid Kermani, Foto: Peter-Andreas Hassiepen
Kristof Magnussons neuer Roman »Reise ans Ende der Geschichte«
Der Dichter, der Spion und die Lehrerin

Kristof Magnusson, Foto: Smilla Dankert
Nefeli Kavouras und ihr Debütroman »Gelb, auch ein schöner Gedanke«
Die Jahre ohne Details

Nefeli Kavours, Foto: Stephan Obel
Farhad Shwoghis neuer Gedichtband
Poetische Fassungen des Sagbaren

Farhad Shwoghi, Foto: Steffen Baraniak
Mia Oberländers »Saloon«
Familiensache

Mia Oberländer, Foto: Alexandra Polina
Leïla Slimanis »Trag das Feuer weiter«
Auf der Suche nach der verlorenen Erinnerung

Leïla Slimani, Foto: Francesca Mantovani für Èditions Gallimard
Joy Williams Erzählband »Stories 2«
Die Stille im Auge des Orkans
Joy Williams, Foto: Jonno Rattman
Nelio Biedermanns Debütroman »Lázár«
Ein vor Jahren geträumter Traum
Nelio Biedermann, Foto: Ruben Hollinger
Linn Ullmanns »Mädchen 1983«
Sehen, sich erinnern, verstehen
Linn Ullmann, Foto: Kristin_Svanæs-Soot








