Veranstaltungen

Dienstag, 11.02.2020


Lesung

»Nelly B.s Herz«

Aris Fioretos
Aris Fioretos, Foto: Franz Bischof
Der in Berlin und Stockholm lebende schwedische Schriftsteller Aris Fioretos liest aus seinem neuen Roman über eine deutsche Flugpionierin im Berlin der wilden zwanziger Jahre, die als erste Frau in Deutschland einen Pilotenschein machte. Kein Wunder, dass eine Welt für sie zusammenbricht, als sie wegen eines Herzleidens nicht mehr fliegen darf. In der Folge verlässt sie ihren Mann, mit dem sie eine Flugschule geleitet hat, findet eine Stelle bei BMW, wo sie Motorräder verkauft, und verliebt sich in die viel jüngere Irma. Es ist die Geschichte einer modernen, emanzipierten Frau und einer großen Liebe, für die der Hanser Verlag verspricht: »Aus einem aufregenden Leben wird große Literatur«.

Literaturhaus, Schwanenwik 38, 19.30 Uhr, € 12,–/8,–


Podium

»Wie Gefühle Politik und Alltag beherrschen«

Alexander Solloch, Redakteur bei NDR Kultur, Dr. Marina Münkler, Professorin für Ältere und frühneuzeitliche deutsche Literatur und Kultur an der Technischen Universität Dresden und die Schriftstellerin Marica Bodrožić treffen sich unter dem Motto »In unnütz toller Wut« zum »HörSalon«, um einige zentrale Fragen des gesellschaftlichen Gesprächs über Politik zu erörtern. Das ist immer stärker durch ein bodenloses Gefühl geprägt: Wut. Es wird gehetzt und polemisiert wie nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik. Zunehmend gerät dabei auch die Demokratie selbst in den Fokus, denn die Wutbürger haben sich in den letzten Jahren radikalisiert. Woher kommen die Gefühl von Ohnmacht und Wut, und was richten sie an? Welche Rolle spielt dabei die Herabsetzung des anderen?

ZEIT-Stiftung und NDR Kultur im Bucerius Kunst Forum, Rathausmarkt 2, 20.00 Uhr, Eintritt frei. Anmeldung unter www.zeit-stiftung.de oder direkt im Bucerius Kunst Forums. Sendetermin der Aufzeichnung: 16.02.2019, Sonntagsstudio auf NDR Kultur.


Lesung

»Stanišić für die Schule«

Abiturmatinee mit Saša Stanišić, der aus seinem Roman »Vor dem Fest« lesen und ein Gespräch mit seinem Lektor Martin Mittelmeier führen wird.

Behörde für Schule und Berufsbildung und Literaturhaus im Ernst-Deutsch-Theater, Friedrich-Schütter-Platz 1, 11.00 Uhr, € 5,–


Hermann Peter Piwitt
Der Schriftsteller Richard Dehmel und seine Frau Ida im Nietzsche-Archiv, 1905, Foto: Louis Held
Richard und Ida Dehmel waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts das strahlende Künstlerpaar Hamburgs. Der berühmte, von vielen Komponisten vertonte Dichter und die schillernde, sich zunehmend für Frauenrechte einsetzende Muse waren jedoch mehr als die modernen, unkonventionellen Liebenden. Vom 16. Januar bis zum 22. März zeigt die Staats- und Universitätsbibliothek im Ausstellungsraum im Erdgeschoss anlässlich des 150. Geburtstags von Ida und des 100. Todestags von Richard Dehmel eine Ausstellung über das Künstlerpaar.

Richard und Ida Dehmel waren das Zentrum eines sie umgebenden, gezielt errichteten Gesamtkunstwerks: Von der präzise realisierten Buchgestaltung und Ausstattung von Dehmels Werken bis hin zur Bekleidung Idas nach Dehmels eigenen Entwürfen; von der kalligraphischen Dehmelschen Dichterhandschrift bis hin zum poetischen Dialog mit anderen Autoren der Zeit. In ihrem nicht minder zum Gesamtkunstwerk tendierenden Haus, dessen Verwirklichung im großen Ganzen wie im kleinen Detail sich dem Zusammenspiel namhafter Künstler verdankt, trafen sich die großen Zeitgenossen aus Literatur, Musik, Kunst und Kultur. Das Netzwerk der Dehmels offenbart sich noch heute in ihrem enormen Briefwechsel und in den Dokumenten des Dehmel-Archivs.
Anlässlich des 150. Geburtstags von Ida und des 100. Todestags von Richard Dehmel beleuchtet die Ausstellung das Paar in verschiedenen Konstellationen und Spiegelungen. Ausgehend von Richard Dehmels Roman in Romanzen Zwei Menschen zeigt sie nicht nur, wie Ida und Richard Dehmel sich ineinander spiegelten, sondern auch wie sie sich selbst und sich in anderen Personen reflektierten. In diesem Spiegel-Mosaik wird ein komplexes Kaleidoskop von Beziehungen und Querverbindungen sichtbar, das die »zwei Menschen« einbettet in den zeitgenössischen ästhetischen und kulturellen Kontext der Stadt.

Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky, Von-Melle-Park 3, Ausstellungsraum m Erdgeschoss, Öffnungszeiten: täglich 9.00 bis 24.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.