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Mittwoch, 26.09.2018


Lesung mit Gabriel Tallent

Daddys kleines Mädchen

Gabriel Tallent
Gabriel Tallen, Foto: Alex Adams
Sie nennt sich Turtle, heißt eigentlich Julia, wird von ihrem Daddy Krümel gerufen und ist alles andere als ein unbeholfenes Mädchen. In dem Romandebüt »Mein Ein und Alles« von Gabriel Tallent begegnen wir ihr gleich in der Eingangsszene mit einer Sig Sauer in den Händen, mit der sie im Wohnzimmer zu Hause eine Spielkarte ins Visier nimmt. Turtle ist eine erfahrene Schützin, sie kann aber auch einem Hasen das Fell abziehen und mit Messern umgehen. Dennoch ist sie ihrer Umwelt völlig hilflos ausgeliefert. Im Literaturhaus stellt Gabriel Tallent seinen Roman vor.

In ihrer nordkalifornischen Heimat kennt Turtle jeden Baum und jeden Strauch, tagelang ist sie barfuß an der rauen Küste und in den Wäldern im Hinterland von Mendocino unterwegs. Die Liebe zur Natur, Redwoodbäume und Bärentrauben, Habichtskraut und Schwertfarn, spielen in Gabriel Tallents Roman eine heimliche, zweite Hauptrolle. Sie sei »halb Helen Macfarlane und halb Wildkatze, einfach nicht kaputt zu kriegen«, sagt Martin von seiner Tochter, und viel zu oft auch, wie sehr er sie liebt. Martin ist charismatisch, ein gebildeter Autodidakt, verrückter Naturliebhaber, Außenseiter und gleichzeitig ein widerwärtiger Chauvinist. Seit dem Tod ihrer Mutter lebt die jetzt Vierzehnjährige allein mit ihm in einem verwahrlosten Haus auf einem Hügel in der Wildnis. Außer ihrem Großvater, einem Alkoholiker, der in einem Wohnwagen in der Nähe lebt, gibt es keine sozialen Kontakte, in der Schule ist Turtle isoliert und wird auffällig. Doch auch als ihre Lehrerin insistiert und beunruhigt vermutet, dass Turtle dringend Hilfe braucht, bleibt sie der Kontrollsucht und vor allem den körperlichen Übergriffen ihres Vaters hilflos ausgeliefert. Das ändert sich erst, als sie eines Tages Jacob kennenlernt und sich in ihn verliebt. Es beginnt, was schon in der martialischen ersten Szene des Romans angelegt ist, ein bitterböser Kampf zwischen Vater und Tochter, in dem auch Turtle nicht ganz schuldlos bleibt.

Literaturhaus, Schwanenwik 38, 19.30 Uhr, € 12,-/8,-


Lesung

»Die Mossdorfs«

Babette Radtke und Friederike Oeschger lesen aus ihrer autobiografischen Reise mit einer deutschen Familie vom Kaiserreich bis zum Mauerfall.

Krypta des Mahnmals St. Nikolai, Willy-Brandt-Str. 60, 19.00 Uhr, € 6,–/4,–


Lesung und Gespräch

»Der falsche Nero«

Dr. Konstantin Ulmer liest aus dem Roman von Lion Feuchtwanger, der 1936 im französischen Exil entstand und von dem arbeitsscheuen Töpfer Terenz erzählt, der in die Rolle des toten Kaisers nero schlüpft, um seine politischen Ziele durchzusetzen.

Brakula, Bramfelder Chaussee 265, 15.00 Uhr, Eintritt frei


Poetry Slam

»frei gesprochen?!«

Poetry Slam in der Kulturkirche. Auf der Bühne sind Debütanten und Profis aller Altersklassen und Genre willkommen. Drei Finalisten erhalten einen Preis
Kulturkirche Altona, Bei der Johanneskirche 22, 19.30 Uhr, € 7,–


Lesung

Diary Slam

„Seelenpein" und „Hochgefühle“, „Liebesschwüre“ und „Selbstmordgedanken“ von „wildfremden Menschen“, all das und noch viel mehr steht auf dem Programm des Tagebuch-Slams.

Grüner Jäger, Neuer Pferdemarkt 36, 20.30 Uhr, € 5,–
Wer selber auf die Bühne möchte, meldet sich hier: mail(at)diaryslam.de.